
Wie viele Bewerbungen sind normal? Die ehrliche Antwort
„Ich habe 37 Bewerbungen geschrieben und nichts passiert." Diesen Satz höre ich oft. Und die ehrliche Antwort ist unbequem: 37 sind nix. Kein netter Trost, sondern ein Fakt. Warum das so ist – und was du besser machst – zeige ich dir hier.
Wie viele Bewerbungen sind wirklich normal?
Es gibt keine magische Zahl, die für alle gilt. Es kommt auf deine Branche, deine Erfahrung und die Region an. Aber eins ist klar: 37 Bewerbungen sind selten genug.
Viele denken: „Ich habe mir so viel Mühe gegeben, jetzt muss es klappen." Doch der Markt interessiert sich nicht für deine Mühe. Er ist hart und die Konkurrenz ist groß. 37 sind ein Start, mehr nicht. Sieh es nüchtern: Bewerben ist ein Zahlenspiel mit vielen Filtern dazwischen.
Warum der Markt so brutal ist – 3 Gründe
Bevor du dich fertigmachst, verstehe zuerst das System. Deine Bewerbung landet nicht direkt bei einem Menschen, der sie in Ruhe liest. Sie läuft durch mehrere Filter. Hier sind die drei größten.

1. Ghost Jobs: rund ein Drittel der Anzeigen ist ein Phantom
Etwa ein Drittel aller Stellenanzeigen sind sogenannte Ghost Jobs. Das heißt: Die Stelle gibt es gar nicht wirklich. Firmen halten alte Anzeigen online, sammeln Kontakte oder testen nur den Markt. Deine Bewerbung läuft dann ins Leere – egal wie gut sie ist.
Das ist bitter, aber wichtig zu wissen. Ein Teil deiner 37 Bewerbungen war vielleicht von Anfang an chancenlos. Nicht wegen dir. Sondern weil hinter der Anzeige niemand einstellen wollte.
2. Personaler haben nur Sekunden pro Bewerbung
Ein Personaler schaut oft nur wenige Sekunden auf jeden Lebenslauf. Und noch etwas: Die Person, die zuerst aussortiert, hat meist nicht die fachlichen Skills, um dich richtig zu bewerten. Sie kann gar nicht sehen, ob du der perfekte Match bist.
Bei mehreren hundert Bewerbungen pro Stelle bleibt keine Zeit für Tiefe. Dein CV wird überflogen und grob nach Stichworten sortiert. Wer nicht sofort passt, fliegt raus.
3. ATS-Systeme sortieren vor, bevor ein Mensch liest
Oft schaut nicht mal ein Mensch zuerst. Viele Firmen nutzen ein ATS – ein Applicant Tracking System, also eine Bewerber-Software. Sie scannt deinen CV nach Keywords aus der Stellenanzeige. Passen zu wenige, wirst du aussortiert, bevor ein Mensch dich sieht.
Deshalb ist es so wichtig, deinen Lebenslauf auf jede Stelle anzupassen. Nutze die Wörter, die in der Anzeige stehen. So kommst du überhaupt erst durch den ersten Filter.
Der große Fehler: zu viel Zeit ins Anschreiben stecken
Jetzt kommt der Teil, der die meisten überrascht. Viele verbringen Stunden mit dem perfekten Anschreiben. Drei Absätze, schön formuliert, jede Bewerbung neu getextet. Und dann? Liest es oft niemand.
Verschwende keine Zeit mit langen Anschreiben. Eine kurze, prägnante E-Mail reicht. 5 bis 10 Zeilen mit direktem Bezug zur Stelle. Wer du bist, warum genau diese Stelle, was du mitbringst. Fertig. Die Zeit, die du sparst, steckst du in deinen CV.
❌ Langes Anschreiben:
- 3 Absätze Fließtext
- viel Zeit pro Bewerbung
- liest oft niemand
- du schaffst nur wenige
✅ Kurze E-Mail + starker CV:
- 5–10 Zeilen, direkter Bezug
- CV auf die Stelle angepasst
- kommt durch den ATS-Filter
- du schaffst viel mehr Bewerbungen
Quantität oder Qualität? Beides – aber richtig
Viele fragen: Soll ich lieber wenige perfekte oder viele schnelle Bewerbungen schreiben? Die Antwort ist nicht „entweder oder". Es ist eine Mischung.
Mein Tipp: Lieber 100 gezielte Bewerbungen als 37 perfekt ausformulierte. „Gezielt" heißt nicht „lieblos". Es heißt: kurze E-Mail, aber ein CV, der wirklich zur Stelle passt. So schaffst du Menge und Qualität. Genau das schlägt hier die 37 perfekten Anschreiben, die keiner liest.
So bewirbst du dich ab jetzt smarter
Hör auf, jede Bewerbung wie einen Aufsatz zu behandeln. Baue dir einen schnellen, wiederholbaren Ablauf. So sieht er aus:
- Rechne mit vielen Bewerbungen – 37 sind nur der Anfang.
- Schreib eine kurze E-Mail: 5–10 Zeilen mit direktem Bezug zur Stelle.
- Pass deinen CV an jede Stelle an – nutze die Keywords aus der Anzeige.
- Halte deinen Lebenslauf klar und einfach, damit das ATS ihn lesen kann.
- Bewirb dich lieber auf viele passende Stellen als auf wenige „perfekte".
- Miss deinen Erfolg an Einladungen, nicht an der reinen Zahl.
Ist dein CV stark genug für den harten Markt?
Wenn Personaler nur Sekunden schauen und ein ATS vorsortiert, muss dein Lebenslauf sofort sitzen. Mach den kostenlosen CV-Check vom Bewerbungskit und sieh in wenigen Minuten, was du verbessern kannst.
Jetzt kostenlosen CV-Check startenHäufige Fragen: Wie viele Bewerbungen sind normal?
Wie viele Bewerbungen sind normal?
Es gibt keine feste Zahl. 37 Bewerbungen sind ein netter Start, aber oft zu wenig. Der Markt ist hart. Plane eher mit vielen gezielten Bewerbungen und miss deinen Erfolg an Einladungen, nicht an der reinen Menge.
Wie viele Bewerbungen pro Woche sind sinnvoll?
5 bis 15 gute, gezielte Bewerbungen pro Woche sind realistisch. Wichtiger als die Menge ist, dass jede zur Stelle passt und dein CV auf die Position angepasst ist.
Was sind Ghost Jobs?
Ghost Jobs sind Anzeigen für Stellen, die es gar nicht wirklich gibt. Etwa ein Drittel der Anzeigen fällt darunter. Firmen sammeln damit Kontakte, testen den Markt oder halten alte Anzeigen online. Deine Bewerbung läuft dann ins Leere.
Brauche ich ein langes Anschreiben?
Nein. Ein langes Anschreiben liest oft niemand. Eine kurze, prägnante E-Mail mit 5 bis 10 Zeilen und direktem Bezug zur Stelle reicht meist. Steck deine Energie lieber in einen starken, angepassten Lebenslauf.
Was ist ein ATS?
Ein ATS (Applicant Tracking System) ist eine Bewerber-Software. Sie sortiert Bewerbungen vor, bevor ein Mensch sie sieht. Sie scannt deinen CV nach Keywords aus der Stellenanzeige. Passen zu wenige, fliegst du früh raus.
Quantität oder Qualität – was ist wichtiger?
Beides zusammen. Lieber 100 gezielte, angepasste Bewerbungen als 37 perfekt ausformulierte mit langem Anschreiben. Menge bringt Chancen – aber nur, wenn jede Bewerbung sauber zur Stelle passt.